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Bocholts Entenjäger setzt auf Pickup, Überseekoffer und Wackeldackel

Bocholt. Hubert Dunker ist Bocholts Entenjäger. Der Hobbyschrauber ist Citroen 2CV-Fan und geht jetzt mit einem Umbau auf die Straße: eine Ente als Pickup. Dazu gibt’s einen Überseekoffer als Kofferraumersatz und einen Wackeldackel. Nanu?

“Wenn fertig, dann fertig!”

Hubert Dunker hat eine große Leidenschaft. Er kauft französische Enten und restauriert sie. Einfach aus Spaß. So eine Restauration kann Monate oder auch Jahre dauern. Der Bocholter ist da ganz pragmatisch: “Wenn fertig, dann fertig!” Im August 2023 ist wieder ein Citroen 2CV fertig geworden. Die Ente mit gerade mal 29 PS wurde für den Entenjäger zu einem Langzeitprojekt. Und das lag daran, dass die Ente keinen Po mehr hatte.

Baujahr 1987 mit Heckschaden

“Ich habe mir das Fahrzeug angesehen und mir wieder einmal die Frage gestellt, sollst du oder sollst du nicht”, lacht der Bocholter. “Aber dann habe ich Ja gesagt, obwohl der 2CV von Baujahr 1987 einen derben Heckschaden hatte. “Wenn das so ist, dann kann ich den kleinen Franzosen auch ganz verstümmeln”, berichtet Hubert Dunker. “Ich habe das Heck abgeflext. Und damit kam die Idee auf, die Ente als Pickup umzubauen.”

Training im Blechdosen-Schweißen

Der Hobbyschrauber hatte allerdings nicht bedacht, dass es für den Pickup einen Kappe braucht. Die war natürlich käuflich zu haben. “So eine Kappe hat ja gerade mal Blechdosenstärke”, berichtet Dunker. “Und, ganz ehrlich, dafür reichten meine Schweißkenntnisse nicht. Wenn man etwas nicht kann, dann muss man das Auto in die Ecke stellen und erst einmal üben. Somit hat es etwas länger gedauert mit der Restauration.”

Pritsche mit Chrom

Den Winter 2022/23 hat der Entenfänger genutzt, sich mit dem dünnen Blech auseinanderzusetzen. Hinzu kam, dass es zwei Kotflügel brauchte, die wiederum am Pritschengestell befestigt werden mussten. “Als Boden diente eine MDF-Platte, die habe ich dann mit Chrom und zwei Relingträgern verfeinert.” Auch den Tank musste er umbauen. Das Reserverad hat er noch unter die Motorhaube quetschen können.

Pickup-Ente 20cm niedriger

Ein bisschen tricky sei der Einbau der Heckscheibe gewesen. “Die war ja auch beim Umbausatzdabei”, erzählt Hubert Dunker. “Und dann musste ich auch die Türen ändern, weil die Kappe meine Ente 20 cm niedriger gemacht hat. Es ist ein Auto für kleine Menschen.” Und er lacht: “Also wie für mich gemacht.”

Zulassung als LKW

Die TÜV-Plakette ist drauf, zugelassen ist die Ente Pickup auf LKW-Basis. Es kann also auf große Fahrt gehen. Da der Zweisitzer kaum Platz bietet im Innenraum und auch kein Kofferraum mehr vorhanden ist, hat sich Hubert Dunker nach einem Reisekoffer umgesehen. “Ich hatte mich im Internet nach einem Weidenwäschekorb von früher umgesehen, aber die werden in der Regel nicht verschickt und so hätte ich bis Timbuktu fahren müssen”, so der Bocholter. “In Münster habe ich dann einen über 100 Jahre alten Überseekoffer gefunden. Also bin ich mit meiner Frau rübergefahren, haben den Koffer gekauft und ganz nebenbei auch noch einen schönen Tag in der Stadt verbracht.”

Mit Überseekoffer auf Tour

Der Koffer passt wie angegossen. “Wenn wir mal länger auf große Fahrt gehen, dann passt da alles rein, Hemden, Blusen, Schlüpfer”, grinst Dunker. “Jetzt muss ich nur noch schauen, wie ich den Korb befestige.” Wer Hubert Dunker kennt, der weiß, dass es einfach mit ein paar Gurten bei ihm nicht getan ist. Da wird er sich garantiert noch etwas einfallen lassen. Bei unserem Besuch im August 2023 hatte er schon eine Idee im Kopf. “Wir gehen ja mit unserer Ente nicht auf Weltreise”, schmunzelte der Oldtimer-Fan, dessen Tochter, wie er uns verriet, auch ein Faible für Oldtimer hat.

Stunden schreibt man nicht auf

Er und seine Frau wollen die Pickup-Ente jetzt erst einmal fahren. Als die Frage kommt, wie viele Stunden er investiert hat in den Umbau, winkt Dunker ab: “Zeit ist völlig nebensächlich. Die Stunden schreibt man nicht auf. Und das ist auch gut so. Ich setze um, was ich mir vorgenommen habe. Dann genieße ich erstmal und dann, ja, dann kommt wieder ein neues Projekt. Jeder, der schraubt, weiß doch, dass es das ist, was den größten Reiz ausmacht.”

Hauptsache Ente

Und immer, wenn ein altes Fahrzeug ein neues Gesicht bekommen hat, dann ist da der Stolz. “Ja”, lacht der Entenfan, “das ist bei mir nicht anders. Und ja, ich genieße es auch, wenn ich über die Straße rolle und man mir zuwinkt und lächelt. Das ist einfach schön.” Wie viele 2CV er schon restauriert hat? “Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Aber das ist auch ganz egal. Hauptsache Ente!”

Simple gebautes Auto

Warum er auf das französische Erfolgsmodell steht? Dunker: “Die Ente ist ein ideales Auto, es ist simple gebaut und es macht Riesenspaß, solch ein Fahrzeug zu restaurieren. Und es hat die perfekte Klimaanlage. Einfach die Rendelschraube innen losdrehen und schon kommt frische Luft über die gesamte Fahrzeugbreite von 1,40 m rein.”

Drehzahl nach Gehör

Auf unserer kurzen Probefahrt dürfen auch wir uns von der Klimanlage überzeugen lassen. Auf den wenigen Zentimetern, die zwischen Fahrer- und Beifahrersitz und hin zur Windschutzscheibe liegen, wird es nicht leicht, den Miniausflug mit der Kamera zu begleiten. Aber viel gibt es ja auch nicht, was sich filmen ließe. Zwei Campingstühle, die Schaltung, Lenkrad, die Klimaanlagen-Schraube… “einen Drehzahlmesser habe ich nicht”, lacht Hubert Dunker. “Ich fahre nach Gehör.” Fünf bis sechs Liter verbraucht seine Ente, so der Bocholter. Wenn es ein halbes Literchen mehr sein sollte, dann sei das auch nicht schlimm.

Der pure Minimalismus

Und bei gerade mal 29 PS lässt sich leicht nach Gehör fahren. Nach Geschwindigkeit verlangt dieses Nostalgiefahrzeug nicht. Cruisen ist angesagt. Nicht mehr und nicht weniger. Es schuckelt und ruckelt in der Ente immer noch, wobei die Ladefläche für ein bisschen mehr Stabilität sorgt. Blickt man aus seinem Campingstühlchen über die Motorhaube, dann fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Der Blick fällt auf die zwei großen, aufstehenden Scheinwerfer und spätestens dann weiß man: Ja, ich sitze in einer Ente. Ich sitze in diesem französischen Kleinwagen, der wohl schon vielen Menschen in seinem Leben große Freude bereitet hat. Alles klappert, alles ist alt, hier regiert der pure Minimalismus – und zugleich der größte Spaß.

Le Pain, le Vin et du Burcain

Für die kleinen Ausflüge steht übrigens auch ein Picknickkorb bereit. “Das Brot ist inzwischen schon steinalt”, lacht der Bocholter. “Aber der Wein, der geht noch. Ist ein französischer, versteht sich. Und der Camembert, den muss ich wohl frisch besorgen.”

Backings zur Ente: 2 CV heißt 2 Canard Vitesse, was so viel heißt wie “schnell wie zwei Enten”. Möglicherweile kommt der Begriff Ente daher. Wer einen Citroen 2 CV erwerben möchte, muss schnell schon mal 3000 bis 4000 Euro auf den Tisch legen. Gut erhaltene und überarbeitete Enten werden mit 10.000 Euro und mehr gehandelt. Die Geschichte des 2CV reicht zurück in die Mitte der 1930er-Jahre: Citroën war gerade von Michelin übernommen worden und die neuen Bosse forderten ähnlich wie drüben in Deutschland eine Art “Volkswagen”. Nur noch eine Nummer spartanischer.  Mit seiner geringen Geschwindigkeit, seiner einfachen Ausstattung und seinem kleinen Preis war das „Toute Petite Voiture“ (“Ganz kleines Auto”) ein Volksauto für Stadt und Land. 1939 war das TPV fertig und sollte noch im gleichen Jahr präsentiert werden. Aufgrund des Kriegsbeginns fand der Pariser Automobilsalon jedoch nicht statt; die 250 bereits gebauten Prototypen (siehe Foto) wurden verschrottet oder versteckt. Enthüllt wurde der Citroën 2CV, ein im Vergleich zum TPV komplett überarbeitetes Modell, dann erst neun Jahre später, am 7. Oktober 1948, auf dem Pariser Automobilsalon. Der Legende nach war der damalige französische Staatspräsident von dem Anblick nicht sonderlich begeistert. Sein Volk musste anfangs bis zu sechs Jahre auf einen 2CV warten, der Grund war Rohstoffmangel. Der Beliebtheit tat es keinen Abbruch: Günstig in der Anschaffung und im Unterhalt, dazu vier Türen und relativ viel Platz. Das überzeugte vor allem die ländliche Kundschaft, für die der 2CV oft das erste Auto war. Leider hat der Rostteufel die meisten der rund 5,1 Millionen Enten vergiftet. (3.868.631 viertürige Limousinen und 1.246.335 Lieferwagen („Kastenente“), um ganz genau zu sein.)

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