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Im Gespräch: BOHRIS über das IST und MORGEN

Kurz gefasst:

Lokalpilot im Gespräch mit dem Ärztenetz BOHRIS
Schneller Wissenaustausch nötig
Multiprofessionelle Zusammenarbeit wichtig
Player statt Follower gesucht

Die Lokalpiloten im Interview mit dem Ärztenetz BOHRIS für die Region Bocholt, Rhede und Isselburg. Inwieweit sind Künstliche Intelligenz, Patientenversorgung und Nachwuchssorgen ein Thema?

Das Ärztenetz BOHRIS ist in der Region Bocholt, Rhede und Isselburg aktiv und bietet als zentrale Instanz die nötige Plattform für die kooperative Berufsausübung niedergelassener Ärzte. Nachwuchssorgen, Künstliche Intelligenz, Patientenversorgung: Wir sprachen mit den Vorstandsmitgliedern des Ärztenetzes BOHRIS, Dr. Jens Winkelmann (Geschäftsführer) und Dr. Christian Goebel (1. Vorsitzender und ärztlicher Leiter), über die IST-Situation, aber auch über Visionen.

Welche Trends sehen Sie aktuell in der medizinischen Aus- und Weiterbildung?

Dr. Jens Winkelmann: Spezialisierung und Aufgabenerweiterung, Nutzung von Telematik-Infrastruktur (TI) und Künstlicher Intelligenz (KI), selbstständigeres und eigenverantwortlicheres Arbeiten. Networking spielt auf der Messe eine wichtige Rolle.

Wie können angehende Ärzte und Medizinische Fachangestellte hiervon profitieren?

Dr. Winkelmann und Dr. Goebel: Dass über kurze Wege und flache Hierarchien die unmittelbare Kontaktaufnahme mit erfahrenen Fachleuten ermöglicht wird. Der persönliche Austausch vor Ort ermöglicht nicht nur die Erweiterung des eigenen Erfahrungsschatzes, sondern auch einen schnellen Wissensaustausch. Die Nutzung moderner Telematik-Infrastruktur (TI) bietet darüber hinaus die Möglichkeit, auch über digitale Kanäle vernetzt zu bleiben. Diese direkte Interaktion fördert die Entwicklung eines starken Teamgefühls, insbesondere in einer multiprofessionell arbeitenden Gesundheitsbranche. Die Gesundheitsberufemesse, die 2024 zum ersten Mal in Bocholt stattfindet, betont die multiprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

Wie sehen Sie persönlich die Bedeutung dieser interdisziplinären Zusammenarbeit in Bezug auf eine effektive Patientenversorgung?

Dr. Winkelmann betont: Die Aufgaben im Gesundheitswesen werden immer komplexer, und die Vielfalt der Therapieoptionen erfordert ein engmaschiges Netzwerk verschiedener Fachkräfte. Ohne diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wären die Herausforderungen in der Patientenversorgung kaum zu bewältigen.

Dr. Goebel: Gerade vor dem Hintergrund sich wandelnder Anforderungen und einer reichhaltigeren Palette von Therapieoptionen ist die multiprofessionelle Zusammenarbeit unverzichtbar. Nur durch eine gut koordinierte Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen kann eine optimale und umfassende Versorgung der Patienten gewährleistet werden.

Inwiefern trägt die Gesundheitsberufemesse dazu bei, das öffentliche Bewusstsein für die Vielfalt und Wichtigkeit von Gesundheitsberufen zu stärken?

Dr. Winkelmann: Die Wichtigkeit von Gesundheitsberufen dürfte mittlerweile im öffentlichen Bewusstsein mehr als bekannt sein. Spätestens wenn man vor einer geschlossenen Arztpraxis steht, zwei Monate auf einen Physiotherapietermin warten muss oder das gewohnte Medikament gerade mal wieder nicht zu haben ist. In Zeiten knapper Ressourcen wird eine multiprofessionelle Christian Goebel.

Dr. Goebel: Die Messe trägt dazu bei, bestehende Vorstellungen über Gesundheitsberufe zu erweitern.

Welche Rolle spielt die Gesundheitsberufemesse dabei, qualifizierten Nachwuchs für das Ärztenetz BOHRIS zu gewinnen?

Dr. Winkelmann: Auch wenn BOHRIS primär ein Ärztenetz ist, hat sich BOHRIS auf die Fahnen geschrieben, die Qualität der Versorgung und die Versorgung selbst kontinuierlich zu verbessern. Dabei geht es nicht ohne andere Gesundheitsberufe, um die gemeinsamen Anforderungen an eine gute Patientenversorgung zu erfüllen. Hier ist eine fundierte Ausbildung, Wissens- und Erfahrungsweitergabe essenziell. Medizin und Pflege ist Teamwork. Bei der Gesundheitsberufemesse geht es nicht nur um Fakten, sondern auch um Inspiration.

Welche Geschichte aus Ihrem Berufsleben hat Sie persönlich am meisten beeindruckt und könnte junge Menschen dazu motivieren, sich im Gesundheitswesen zu engagieren?

Dr. Winkelmann: Die Dankbarkeit der Menschen. Die Vielfältigkeit der Tätigkeiten. Das Gefühl gebraucht zu werden. Er möchte Menschen dazu ermutigen, einen erfüllenden Weg in den Gesundheitsberufen einzuschlagen. Dabei geht es nicht nur um intellektuelle Herausforderungen, sondern auch um emotionale Belohnungen und das Gefühl, einen bedeutsamen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, einen Ort auf der Welt zu besuchen, um Ihre medizinischen Fähigkeiten einzusetzen, wohin würden Sie gehen und warum?

Dr. Winkelmann: Auch wenn wir gute Beispiele für vielleicht optimalere Bedingungen in einzelnen Ländern partiell sehen – genau in unsere Region! Hier kann man etwas erreichen, hat eine gute Infrastruktur und alles, was man zum Leben braucht. Ein bisschen mehr Optimismus, Zufriedenheit und Motivation seitens der Bevölkerung und der Politik könnte jedoch nicht schaden.

In der Welt der Selbstständigkeit gibt es oft unerwartete Wendungen. Welches ungewöhnliche Ereignis hat Ihre Perspektive als Arzt und Praxisinhaber am meisten beeinflusst?

Dr. Winkelmann: Im Laufe der Jahre festzustellen, dass niedergelassene Ärzte auch miteinander im Team sehr gut arbeiten können und es nicht mehr so ist, dass der eine Kollegen dem anderen nicht mal das Schwarze unter dem Fingernagel gönnt. Das war früher anders!

Stellen Sie sich vor, der Fachkräftemangel wäre ein Rätsel, das gelöst werden muss. Welche unkonventionellen Hinweise oder Strategien würden Sie verwenden, um die Lösung zu finden?

Dr. Winkelmann: Wertschätzung, angemessene Bezahlung, gutes Arbeitsklima, Kompetenzen schaffen.

Dr. Goebel: Eigenverantwortung fördern.

Als Arzt sehen Sie täglich, wie Patienten das Gesundheitspersonal wahrnehmen. Wie könnten Patienten dazu beitragen, das Image von Pflegekräften und Medizinern zu verbessern?

Dr. Winkelmann: Ich halte es für wichtiger, am Image von Patienten zu arbeiten! Vertrauen und Respekt gegenüber dem Personal sind wichtig und eine Grundvoraussetzung.

Dr. Goebel: Auch Dankbarkeit gegenüber dem medizinischen Personal (die wir zum Glück schon oft erfahren) ist ein großer Imagegewinn und Motivationsschub. Nur weil man gerade mal vom Nachbarn oder von Dr. Google etwas aufgeschnappt hat, ersetzt dies nicht eine fundierte Ausbildung und jahrelange Erfahrung.

Dr. Winkelmann: Medizin ist kein Hobby oder Zeitvertreib.

Wenn Sie eine Messebotschaft verfassen müssten, um die Einzigartigkeit der Gesundheitsberufemesse hervorzuheben, welchen kreativen Slogan würden Sie wählen, um die Neugier der Menschen zu wecken?

Dr. Winkelmann: Werde ein Player und kein Follower!

Im Gespräch: (v.li.) Dr. Winkelmann und Dr. Goebel.

(Quelle/Foto: BOHRIS)

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