Kreis Borken/Bocholt. Seit dem 1. September 2022 verbindet der BaumwollExpress X80 die Kommunen Bocholt, Rhede, Borken-Burlo, Südlohn-Oeding, Vreden, Ahaus-Alstätte, Gronau und Bad Bentheim miteinander. Die erfreuliche Botschaft: Die Bürger nehmen das neue Angebot gut an. Die Akzeptanz steigt. 2023 dürfen die Zahlen gerne noch weiter nach oben gehen. Elisabeth Schwenzow, Verkehrsdezernentin des Kreises Borken, zeigt sich erfreut über die Entwicklung.
Pilotprojekt für die Baumwollregion
b sofort ist der BaumwollExpress X80 im Westmünsterland unterwegs. Entlang des deutsch-niederländischen Grenzverlaufes verbindet er als Pilotprojekt des Kreises Borken und der Regionalverkehr Münsterland GmbH ab dem 1. September 2022 acht Kommunen in der traditionsreichen Baumwollregion.
Mit einer direkten Linienführung mit lediglich 14 Haltestellen schafft der auffällig grün gestaltete Bus die 85 Kilometer lange Strecke von Bocholt nach Bad Bentheim in 1 Stunde und 43 Minuten – eine Fahrtzeit, die den Vergleich mit dem Pkw nicht zu scheuen braucht. Dafür aber deutlich klimaschonender abschneidet.
Alternative für Pendler
Der BaumwollExpress wurde eingerichtet, um für das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz oder zur Fachhochschule in Bocholt eine Alternative zum Auto zu bieten. Auch der Freizeitverkehr im Kreis Borken und der Grafschaft Bad Bentheim profitiert von vielen zusätzlichen Verbindungen entlang des Grenzverlaufes. Wir setzen uns ein für neue Mobilität in unserer Region.
Steigende Akzeptanz
Durchschnittlich fuhren an einem Werktag (Erfassungszeitraum 1. bis 11. Dezember 2022) knapp 200 Fahrgäste mit dem BaumwollExpress X80. An Sonntagen wurden etwa 130 Personen mit dem X80 befördert. „Die aktuellen Zahlen liegen deutlich über den Werten aus Oktober und belegen die steigende Akzeptanz für das neue Angebot“, betont Dr. Elisabeth Schwenzow, Verkehrsdezernentin des Kreises Borken.
Auffälliges X80-Logo
Auch an den Haltestellen entlang des Linienweges hat sich im Dezember 2022 viel getan. Ab sofort machen grüne Schilder mit einem auffälligen X80-Logo neben dem eigentlichen Haltestellenschild darauf aufmerksam, dass der BaumwollExpress diese Haltestelle anfährt. „Die Bushaltestelle ist die Visitenkarte für einen gut funktionierenden ÖPNV. Auch hier hat der X80 Vorbildcharakter“, sagt Michael Klüppels, Leiter Verkehrsmanagement der RVM.
Vorteile für den Fahrgast
- schnelle Verbindung für das Westmünsterland
- gute Taktung für Pendler und Freizeitfahrer
- Anschluss an den Fernverkehr nach / aus Berlin
- Anbindung der Fachhochschule Bocholt
- Förderung der Industriekultur Baumwollregion
- Klimaschutz vor der eigenen Haustür
Münsterländische Baumwollroute
Bereits im 16. Jahrhundert brachten überwiegend niederländische Handelsschiffe die wertvolle Baumwolle aus Indien nach Europa. Von Holland und Flandern aus gelangte der Rohstoff und mit ihm das Wissen über seine Verarbeitung ins westliche Münsterland. Die Baumwollroute war geboren.
Zum Exportschlager entwickelte sich später die Baumseide, ein Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle. Diese frühen gewerblichen Anfänge bildeten Mitte des 19. Jahrhunderts die Basis für die beginnende Fabrik-Produktion. Örtliche Garnhändler und Verleger begründeten im Raum zwischen Bocholt, Rheine, Enschede, Nordhorn und Greven – dem heutigen Euregio-Gebiet – erste mechanische Spinnereien und Webereien. Fortan entwickelte sich die Region zu einem der größten und weltweit bedeutenden Zentren der Baumwollverarbeitung.
Trotz des einschneidenden Strukturwandels in der Textilbranche in den letzten Jahrzehnten, dem die meisten Betriebe zum Opfer fielen, wird in der Region heute nach wie vor eine breite Palette von Textilien produziert.
Viele spannende Informationen zu diesem Thema finden sich auf der Seite des TextilWerk Bocholt.